Ihr Vertrag ist Ihr bester Inkasso-Beauftragter
Leider gibt selbst die gründlichste Bonitätsprüfung (über die wir in einem früheren Artikel geschrieben haben) keine 100%ige Zahlungssicherheit. Deshalb müssen Ihre Handelsverträge sowohl als Schutzschild als auch als Anreiz für pünktliche Zahlung wirken.
Nachfolgend finden Sie 5 Schlüsselklauseln und Sicherungen, die in jeden B2B-Vertrag aufgenommen werden sollten, um das Risiko von Zahlungsausfällen maximal zu reduzieren. (Die Rechtsverweise unten beziehen sich auf das polnische Zivilgesetzbuch — kodeks cywilny — und die polnische Zivilprozessordnung — kodeks postępowania cywilnego.)
1. Eigentumsvorbehalt an der verkauften Sache (Art. 589 des polnischen Zivilgesetzbuchs)
Was bedeutet das?
Diese Klausel — bekannt als pactum reservati dominii — ist die stärkste Sicherung bei einem Warenverkauf (nicht bei Dienstleistungen). Sie besagt, dass die Ware zwar physisch zum Geschäftspartner übergeht, Sie aber Eigentümer bleiben, bis die Rechnung vollständig bezahlt ist.
Was gewinnen Sie?
Zahlt der Geschäftspartner nicht, können Sie die Rückgabe der Ware rechtmäßig verlangen. Mehr noch: Im Insolvenzfall des Schuldners haben Sie das Recht, diese Ware aus der Insolvenzmasse aussondern zu lassen — das ist eine Vorrangposition bei der Vermögensverwertung.
In den Vertrag aufnehmen: „Der Verkäufer behält sich das Eigentum an der verkauften Ware bis zur vollständigen Bezahlung des Kaufpreises durch den Käufer aus der MwSt.-Rechnung Nr. [Nummer] vor."
2. Verzugszinsen für verspätete Zahlung erhöhen
Standardmäßig stehen Ihnen bei verspäteter Zahlung im Geschäftsverkehr gesetzliche Verzugszinsen in Höhe von 13,25 % p.a. zu (Satz Stand: 25. November 2025 in Polen). Sie können diesen weiter erhöhen, indem Sie eine Klausel über die maximalen gesetzlichen Verzugszinsen aufnehmen — derzeit 19,5 % p.a.
Was bedeutet das?
Eine Klausel, die vorsieht, dass der Schuldner bei verspäteter Erfüllung der Geldverbindlichkeit die maximalen gesetzlichen Verzugszinsen zahlt. Der Satz schwankt im Zeitverlauf, ist aber stets höher als die ordentlichen Verzugszinsen für Geschäftstransaktionen.
Was gewinnen Sie?
Bei Zahlungsverzug erhalten Sie eine höhere Entschädigung, die den Wertverlust des Geldes besser ausgleicht. Der Schuldner muss mit zusätzlichen, erheblichen Kosten rechnen.
In den Vertrag aufnehmen: „Bei Zahlungsverzug ist der Käufer verpflichtet, an den Verkäufer die maximalen gesetzlichen Verzugszinsen zu zahlen."
3. Ausdrücklicher Verweis auf das Recht auf Erstattung der Beitreibungskosten
Obwohl die Pauschale von 40 / 70 / 100 EUR Ihnen kraft Gesetzes zusteht, lohnt es sich, sie im Vertrag wiederzugeben, um den Geschäftspartner an seine gesetzliche Pflicht zu erinnern.
Was bedeutet das?
Es ist eine Wiederholung und Verstärkung der Bestimmungen des polnischen Gesetzes über die Bekämpfung übermäßiger Verzögerungen im Geschäftsverkehr.
Was gewinnen Sie?
Einen psychologischen Effekt und ein klares Signal, dass jeder Verzug zusätzliche Kosten (unabhängig von den Zinsen) auslöst und die Belastung für den Schuldner weiter erhöht.
4. Freiwillige Unterwerfung unter die Zwangsvollstreckung (Notarielle Urkunde — Art. 777 der polnischen ZPO)
Was bedeutet das?
Diese Sicherung ist teurer (sie erfordert einen Notarbesuch), aber außerordentlich stark. In einer notariellen Urkunde unterwirft sich der Schuldner freiwillig der Zwangsvollstreckung bis zu einem definierten Betrag.
Was gewinnen Sie?
Bei Nichtzahlung überspringen Sie das Klageverfahren. Sie gehen mit der notariellen Urkunde direkt zum Gericht, um eine Vollstreckungsklausel zu erhalten, und von dort direkt zum Gerichtsvollzieher. Der Beitreibungsprozess verkürzt sich von Monaten auf Wochen.
Einsatzbereich: Bei großen, langfristigen Verträgen mit hohem Risiko.
5. Gerichtsstandsklausel (Zeit minimieren)
Was bedeutet das?
Standardmäßig reichen Sie die Klage beim Gericht ein, das für den Schuldner zuständig ist. Liegt der Schuldner hunderte Kilometer entfernt, erschwert das die Prozessführung.
Was gewinnen Sie?
Sie können vertraglich vereinbaren, dass das für Streitigkeiten zuständige Gericht das Gericht in Ihrer Stadt oder einem nahegelegenen größeren Ballungsraum ist. Das verkürzt die Verfahrensdauer, reduziert die Reisekosten Ihres Anwalts und gibt Ihnen Komfort bei der Fallführung.
In den Vertrag aufnehmen: „Sämtliche Streitigkeiten aus diesem Vertrag unterwerfen die Parteien dem ordentlichen Gericht, das für den Sitz des Verkäufers zuständig ist."
Effektives Forderungsmanagement beginnt in der Vertragsverhandlung. Behandeln Sie Verträge nicht als Formalität, sondern als Schlüsselinstrument zur Prävention und zum Inkasso.
Denken Sie daran: Eine Forderung ist nicht das Ende der Welt. Wichtig ist, die Werkzeuge zu haben, sie schnell einzutreiben. Eines davon ist der Service Forderung online eintreiben (Odzyskaj Dług Online). Ein einfaches Formular, das Ihnen Zeit spart und Ihr Geld effektiv zurückholt.
